Die Kraft des Fuji

Kirschblüte, der schneebedeckte Berg Fuji, Mangas und Sushi: Das sind wohl die ersten Dinge, die vielen zu Japan einfallen. Der Inselstaat ist jedoch auch das Land der modernen, automatisierten Produktionsstraßen – und einer der weltweit größten Märkte für Schweißgeräte. Gute Gründe dafür, warum Fronius dort seit 2016 eine Agency betreibt.

David Kreuzeder ist Leiter des japanischen Fronius Support Office und hat den Standort von Beginn an mit aufgebaut. Seine ersten Berührungspunkte mit Japan hatte er, während er für Fronius International als Systemtechniker für Asien zuständig war. In dieser Zeit entwickelte sich seine Liebe zu Japan: „Die Japaner sind sehr genau und äußerst technikaffin – Eigenschaften, in denen ich mich persönlich wiederfinde. Darum habe ich mich in Japan sofort wohlgefühlt.“

Aufbruch nach Japan

Mit Januar 2016 trat David Kreuzeder als technischer Leiter der neuen Agency in Nagoya, westlich von Tokio, an. In Japan musste er zuerst ein Firmengebäude finden und ein Team zusammenstellen. Für David glich diese Zeit einem kulturellen Crashkurs: „Unser Kabel-Lieferant besuchte uns fünfmal, ehe er uns beim sechsten Mal schließlich die Kabel lieferte. Der Vertrauensaufbau und die Planung dauern in Japan sehr lange im Vergleich zu Europa. Wenn dann die Umsetzung losgeht, klappt dafür alles wie am Schnürchen.“

Gute Gründe für eine Präsenz vor Ort

Fronius ist bereits seit 1997 in Japan präsent: Aichi Sangyo ist einer der größten Importeure von Schweißtechnik im Land und kooperiert seit Jahren mit Fronius. Die Entscheidung, auch eine Agency zugründen, fiel, weil es für Fronius wichtig ist, möglichst nahe am Kunden zu sein. Darüber hinaus fordern viele japanische Kunden die Präsenz der Herstellerfirma im Land – es geht um schnelle Hilfe bei technischen Problemen, aber auch um Wertschätzung und Vertrauen.

Obwohl die Nachfrage nach Schweißgeräten in Japan nur 7,5 Prozent des globalen Bedarfs beträgt, ist es wichtig vor Ort zu sein: Japanische Konzerne prüfen Technologien selbst, bevor sie diese in den Werken weltweit für ihre Produktion einsetzen. 28 Prozent der globalen Automobilproduktion entfallen auf japanische Hersteller. Somit ist es für Fronius entscheidend, das Vertrauen der Automobilindustrie direkt in Japan zu gewinnen.

Bekannt für technische Expertise

Mittlerweile besteht Fronius Japan aus einem fünfköpfigen Team, das sich um Schweißversuche, technische Beratung, Verwaltung und teilweise um Kundenakquise und -Betreuung kümmert. Der Fokus liegt auf Automobilherstellern. Als langjähriger Partner ist Aichi Sangyo weiterhin für den Vertrieb zuständig.

Die Bekanntheit des CMT (Cold Metal Transfer)-Schweißprozesses unterstützt Fronius dabei, sich am japanischen Markt als Technologieführer zu positionieren. „Wenn es um eine ganz gewöhnliche Naht geht, kommen lokale Firmen in der Regel nicht zu Fronius. Dafür ist die einheimische Konkurrenz zu groß. Durch CMT steht Fronius aber für technische Expertise“, erklärt Kreuzeder die Wahrnehmung von Fronius in Japan. Kunden treten daher häufig mit Spezialanforderungen an Fronius heran – etwa bei herausfordernden Schweißpositionen, besonderen Materialien oder großen Spalten, die es zu überbrücken gilt.

Starke Partner in der Forschung

Darüber hinaus ist Fronius eine Kooperation mit der Universität von Osaka eingegangen. Im Januar 2018 etwa veranstalteten beide gemeinsam einen Workshop zum Thema „Die Zukunft des Schweißens“. Künftig wird Fronius auch Studenten die Möglichkeit geben, schweißtechnische Forschungsarbeiten gemeinsam mit dem Unternehmen durchzuführen. Die Zusammenarbeit mit der Universität bringt viele Vorteile: Fronius kann dadurch neueste Forschungserkenntnisse nutzen, seine Bekanntheit steigern und sich bei Absolventen als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Vor allem letzteres ist in Japan besonders wichtig: „Die hohe Loyalität der Japaner macht es schwierig, gutes Personal von anderen Firmen abzuwerben. Darum ist unser Ansatz, junge Leute direkt nach ihrem Universitätsabschluss einzustellen“, erklärt David Kreuzeder.

Beeindruckende Höflichkeit

Die kulturellen Unterschiede sind in jedem Lebensbereich deutlich spürbar. David Kreuzeder ist auch nach mehr als zwei Jahren noch immer tief beeindruckt von der japanischen Höflichkeit: „Wenn ich in der U-Bahn unabsichtlich jemanden anstoße, entschuldigt sich derjenige bei mir. Das ist ganz anders als in Österreich oder auch in anderen asiatischen Ländern. Außerdem ist Japan ein sehr sicheres Land, die Kriminalitätsrate ist extrem niedrig.“ Auch die Landschaft hat es David Kreuzeder angetan. „Der japanische Herbst ist traumhaft. Die Farben sind viel intensiver als ich das aus Österreich kenne. Und auch wenn ich sonst kein großer Blumen-Fan bin: Die Kirschblüte ist ein ganz spezielles Naturschauspiel. Aber mein persönliches Highlight ist der Fuji. Dieser Berg strahlt solch eine Kraft aus. Seit ich in Japan bin habe ich bestimmt hundert Fotos von ihm gemacht“, schwärmt David von seiner neuen Heimat.

David Kreuzeder, 36, ist seit über zehn Jahren Mitarbeiter bei Fronius. Seine Laufbahn begann er in der Produktion. Mit Zwischenstationen im Prüflabor und im Repair Center wechselte er ins Global Tech Support Management. Acht Jahre lang war David Kreuzeder dort als Systemtechniker für Asien zuständig. Im Januar 2016 übernahm er die Leitung der neu gegründeten Agency Fronius Japan und baute den Standort auf.

Aichi Sangyo ist einer der größten Importeure ausländischer Industriemaschinen in Japan. Dieses Jahr feiert Aichi Sangyo sein 80-jähriges Bestehen. Erstmals traten Fronius und das japanische Unternehmen 1985 in Kontakt und bauten die Kooperation schrittweise auf. Heute ist Aichi Sangyo zertifizierter Fronius Repräsentant und vertreibt im offenen Lichtbogen-Schweißen ausschließlich Fronius-Geräte am japanischen Markt.

www.aichi-sangyo.co.jp

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