Wenn’s auf die Größe ankommt Starke Partnerschaft für schwere Komponenten

igm Robotersysteme AG mit Hauptsitz in Wiener Neudorf, Österreich, ist spezialisiert auf schlüsselfertige Schweißautomatisierungslösungen für die Branchen Land- und Baumaschinen, Eisenbahnbau, Kesselfertigung, Lkw-, Kran- und Staplerherstellung. Mit Tochtergesellschaften und Vertriebspartnern ist igm in fast 50 Ländern präsent. Der größte Absatzmarkt des Roboterherstellers ist Asien, gefolgt von Europa.

Massive Baggerschaufeln, Hubarme von Radladern, lange Waggonkästen eines Schnellzugs, große Konstruktionen für den Brückenund Schiffsbau – sie alle verbindet eines: Sie müssen massiven Anforderungen standhalten. Nicht nur wegen ihrer Größe stellen solche Komponenten eine Herausforderung in der Produktion dar, sondern auch wegen der Dicke des Materials: Häufig sind 20 oder 40 Millimeter starke Stahlbleche zu verbinden. Lichtbogenschweißen ist hierfür das prädestinierte Fügeverfahren, denn die Naht muss absolut zuverlässig sein und hohen Belastungen standhalten.

 

„Etwas Kleines automatisch zu schweißen, war nie ein Problem“, erklärt Werner Angerbauer, Sales Manager für Asia bei igm Robotersysteme AG. „Die Herausforderung liegt bei schweren Komponenten. Es gibt weltweit viele Roboter-Hersteller, deren Produkte auch schweißen können, die aber für Handling-Aufgaben konzipiert und gebaut werden. Sobald es um große, schwierige Bauteile geht, reicht es jedoch nicht aus, einen Schweißbrenner am Roboter zu montieren. Hier bedarf es eines spezialisierten Schweißroboters“, weiß Angerbauer. Die igm Robotersysteme AG ist Hersteller von automatisierten Schweißroboterlösungen mit Sitz in Wiener Neudorf, Österreich, und konzentriert sich seit 1985 insbesondere auf Baumaschinen und Schienenfahrzeuge.

SPEZIFISCHE LÖSUNGEN FÜR VIELFÄLTIGE BAUTEILE

„In der Automobilindustrie gibt es vorgefertigte, standardisierte Produktionslösungen. Im Dickblech-Bereich ist das anders. Lösungen von der Stange passen hier nicht. Es gibt vielfältige Bauteile aller Größen, Gewichtsklassen und Formen. Darum ist igm auf kundenspezifische Anwendungen fokussiert“, erklärt Angerbauer die Ausrichtung des Schweißautomatisierungs-Spezialisten. Zu den Kunden von igm gehören namhafte Größen der Baumaschinenindustrie, die auch „Yellow Goods Branche“ genannt wird. Darunter sind etwa JCB, der britische Bau- und Landmaschinen-Hersteller oder Caterpillar, der weltweit größte Hersteller von Baumaschinen mit Sitz in den USA.

 

Das Fügen von schweren Komponenten ist für die Schweißtechnik eine besondere Herausforderung: Die Teile sind sehr groß und die Materialien dick. Eine Schwerlast-Achse besteht beispielsweise aus bis zu 50 Millimeter dickem Stahl (Stahlqualität S355) und ist etwa eineinhalb Meter lang. Kehl- und HV-Nähte müssen strengen Qualitätskriterien entsprechen. Auch auf die Optik der Naht achten die Hersteller penibel. Zudem sind die Bauteil-Toleranzen und Spalten größer als etwa im Automotive-Bereich. Die Schweißsysteme benötigen daher eine gute Sensorik, um die Nahtstelle zu erkennen.

 

Werner Angerbauer erläutert, wie igm diesen Aspekt in die Praxis umsetzt: „Die Sensorik, diverse Nahtsuchsysteme und Manipulatoren sind bei igm in eine fertige Schweißlösung integriert. Wir haben eigene Nahtverfolgungssysteme und Laserkameras entwickelt, mit denen wir die Qualität der Schweißnaht sicherstellen. All das ist in einem Gerät verbaut. Das reduziert die Komplexität für den Anwender und erleichtert die Bedienung.“

„EINE GESAMTLÖSUNG, DIE EINWANDFREI FUNKTIONIERT.“

Nicht nur die Sensorik, auch die eigentliche Schweißtechnik ist sehr gut mit der Anlage vernetzt. Möglich macht das die langjährige Partnerschaft zwischen igm und Fronius. „Wir arbeiten seit den 1980er Jahren eng mit dem Hersteller zusammen. Dadurch sind wir sehr gut aufeinander abgestimmt und der Kunde erhält eine Gesamtlösung, die einwandfrei funktioniert“, sagt Angerbauer und nennt als Beispiel die integrierte Bedienung: „Der Kunde hat nur ein Bedienpanel, über das er beides – die Roboteranlage und die Schweißstromquelle – steuert. Das erleichtert dem Anwender die Arbeit.“ Außerdem brauchen Drahtvorschub und Schlauchpakete von Fronius so wenig Platz, dass igm diese in den Roboterarmen verbauen kann. Das macht das System kompakter und verbessert die Zugänglichkeit zu den zu schweißenden Bauteilen.

 

Das Herzstück der guten Partnerschaft ist das technische Know-how: „Es gibt nicht viele Schweißgeräte-Hersteller, die Hochleistungsschweißen wirklich beherrschen. Tandem-Verfahren sind anspruchsvoll, bieten aber die nötige Abschmelzleistung, um dicke Materialien zu fügen – genau das, was unsere Kunden zum Beispiel im Bereich Yellow Goods brauchen. Fronius ist hier ein kompetenter Partner, der zuverlässige und effiziente Schweißlösungen bereitstellt“, resümiert Angerbauer die langjährige Zusammenarbeit. Auch bei kundenspezifischen Anforderungen arbeiten die beiden Schweißprofis eng zusammen. igm und Fronius entwickeln gemeinsam spezielle, auf den Kunden abgestimmte, Lösungen, um ihn bei seinen Herausforderungen bestmöglich zu unterstützen.

„igm ist technisch nicht an einen Stromquellenhersteller gebunden. Aber durch die langjährige Partnerschaft von Fronius und igm, die seit den 1980er Jahren besteht, bekommt der Endkunde in dieser Kombination ein Produkt, das als Gesamtsystem einwandfrei funktioniert. Deshalb bevorzugt igm Produkte von Fronius.“ WERNER ANGERBAUER, Sales Manager Asia, igm Robotersysteme AG Austria

 

J.C. Bamford Excavators Ltd. (JCB) ist der größte britische Hersteller für Baumaschinen. Die Firma fertigt in 22 Werken rund um den Globus mehr als 300 unterschiedliche Maschinenmodelle, die in 150 Länder verkauft werden.

 

Der größte Hersteller von Yellow Goods weltweit, Caterpillar Inc., beschäftigt rund um die Welt mehr als 98.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2017 mit seinen Produkten in den Bereichen Baumaschinen, Bergbau-Ausrüstung, Diesel-Motoren, Gasturbinen, Schienenfahrzeuge und anderen einen Umsatz von 36,6 Milliarden Euro. Hauptsitz von Caterpillar ist in Illinois, USA.