Komplexe Physik einfach handhaben Das neue Schweißgerät MagicWave

Im Rohrleitungsbau, der Lebensmittelindustrie oder im Fahrzeugbau sichert WIG-Schweißen die geforderte Nahtqualität. Aluminium ist ein dabei häufig verwendetes Material, viele der Nähte werden manuell geschweißt. Fronius hat dafür die digitalisierte Stromquelle MagicWave entwickelt – und den WIG-Prozess genau unter die Lupe genommen und optimiert.

AC FÜR WIRTSCHAFTLICHES ALU-SCHWEISSEN

Für das Schweißen von Aluminium ist Wechselstrom (AC) nötig, um die Elektrode immer wieder von Plus auf Minus umzupolen. Die Oxydschicht, die das Material umgibt, schmilzt nämlich erst bei etwa 2.050 °C. Wenn die Elektrode auf Plus gepolt ist, wandern die Elektronen vom Werkstück in die Elektrode und reißen dabei die Oxydschicht auf. Dann wird die Elektrode auf Minus gepolt, und die ins Werkstück wandernden Elektronen erzeugen Wärme – so entsteht der für die Schweißnaht nötige Einbrand.

LEISTUNGSVERLUSTE RECHTZEITIG VERHINDERN

Ist jedoch das Aluminium-Werkstück an einer Stelle bereits sauber und weist keine Oxydschicht auf, bricht die positive Halbwelle im Stromfluss weg – der Lichtbogen reißt ab. Es entsteht eine Pause bis zur negativen Halbwelle, in der wieder Wärme ins Werkstück eingebracht wird. Eine Neuentwicklung von Fronius verhindert den dadurch verursachten Leistungsverlust: Das Gerät erkennt, wenn aufgrund der fehlenden Oxydschicht kein Strom fließen kann, und schließt automatisch eine negative Halbwelle an. Dadurch kühlt das Schmelzbad nicht aus, der Einbrand wird zuverlässiger und der Lichtbogen bleibt stabil.

ELEKTRODEN TOP IN FORM

Ein weiteres Feature von Fronius ist die automatische Kalottenbildung beim Wechselstromschweißen. Dabei wird je nach Durchmesser der Wolfram-Elektrode ein bestimmter Strom für eine gewisse Zeit durch die Elektrode geschickt, sodass sich an ihrem Ende eine Abrundung bildet – die sogenannte Kalotte. Ist diese nämlich ungenau ausgebildet, wird der Lichtbogen unstabil und die Nahtqualität sinkt. Die neueste Methode verwendet pulsierenden Strom: Er bringt das flüssige Metall in Bewegung, dadurch formt sich die Kalotte noch leichter und schonender für die Elektrode.

IMMER DIE PERFEKTE WELLE

Beim Wechselstrom-Schweißen wählt der Anwender zwischen verschiedenen Halbwellen-Einstellungen. Der Strom kann zum Beispiel in konstanter Stärke zuerst im positiven und dann im negativen Bereich fließen – das ergibt ein hartes Rechteck. Möglich sind auch sanfte Wellen, ähnlich einer Sinuskurve. Beiden meisten Aluminium-Anwendungen ist eine Kombination aus beidem die ideale Wahl – ein Rechteck mit abgerundeten Ecken. Der Anwender kann bei der MagicWave aus verschiedene Kurvenformen auswählen und diese auch kombinieren.

STREBEN NACH PERFEKTION

All diese Entwicklungen helfen dem Schweißer, den WIG-Prozess optimal zu beherrschen. Die benutzerfreundliche Menüführung und die Möglichkeit, verschiedene Sprachen einzustellen, erleichtern seine Arbeit weiter. Somit kann er sich ganz darauf konzentrieren, eine hochqualitative, saubere Naht zu schweißen.

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