Präzision auf den Punkt gebracht Neue Schweißprozess-Variante CMT Cycle Step

Mit Cycle Step hat Fronius eine neue Variante für den „kalten“ Schweißprozess CMT (Cold Metal Transfer) entwickelt. Das Besondere daran: Anwender können sowohl die Anzahl der einzelnen Tropfen pro Schweißpunkt als auch die Pausenzeit zwischen den Zyklen einstellen. Das ermöglicht ein Höchstmaß an Präzision und Reproduzierbarkeit sowie eine perfekte Nahtoptik.

Die neue Prozessvariante Cycle Step basiert auf dem von Fronius entwickelten MIG/MAG-Schweißverfahren CMT, das sich besonders durch seinen geringen Wärmeeintrag auszeichnet. Beim Abschmelzen des Schweißdrahts unterstützt eine digitale Prozessregelung die Tropfenablöse, indem sie den Draht nach vorne bewegt. Der Übergang des Tropfens in das Schmelzbad erzeugt einen Kurzschluss, woraufhin die Steuerung den Draht wieder zurückzieht. Der Lichtbogen zündet erneut, und ein neuer Schweißzyklus beginnt.

Mit Cycle Step hat der Anwender nun die Möglichkeit, diese Zyklen bis ins Detail zu steuern. Sowohl die genaue Anzahl der Tropfen pro Schweißpunkt als auch die Pausenzeiten zwischen den einzelnen Zyklen lassen sich genau definieren. Der Schweißer kann damit Punkte in beliebiger Größe herstellen und präzise reproduzieren – ein völlig neues Level an Kontrolle über den Schweißprozess.

IDEAL FÜR HOCHWERTIGE SICHTNÄHTE

Auch die Wärmeeinbringung ist bei Cycle Step minimal und lässt sich gut kontrollieren. Das erlaubt es, selbst dünnste Bleche miteinander zu verbinden und ist besonders beim Positionsschweißen mit Spalttoleranzen hilfreich. Die definierten Schweißzyklen sorgen zudem für optisch einwandfreie Nähte mit einer deutlichen Schuppung, ohne Überhöhungen oder Spritzer. Damit ist Cycle Step ideal für hochwertige Sichtnähte geeignet. Die Prozessvariante ermöglicht auch das Schweißen kleinster Fixierpunkte und ist damit eine Alternative zu Punktierzangen. Selbst feine Auftragschweißungen und Anwendungen in der additiven Fertigung lassen sich mit Cycle Step realisieren.

In der Automobilindustrie kommt Cycle Step bereits erfolgreich im Karosseriebau zum Einsatz, und zwar bei der sogenannten Falzflanschfixierung von Front- und Heckklappen sowie Türen. Dabei werden Blechteile aus verzinktem Stahl, die zuvor miteinander verklebt wurden, mit einzelnen Fixierpunkten verbunden. Das spart viel Zeit bei der Fertigung, da die Bauteile im Anschluss direkt lackiert werden können, ohne dass der Kleber vorher aushärten muss. Genau genommen handelt es sich bei diesem Verfahren nicht um eine Schweißung, sondern um eine Lötung: Die Punkte bestehen aus einer Kupfer-Silizium-Legierung, die mit Cycle Step auf die Verbindungsstelle aufgetragen wird. Vor dem Lackieren werden sie meistens mit PVC abgedeckt, so dass sie später nicht mehr zu sehen sind.

WIRTSCHAFTLICH, PLATZSPAREND UND FLEXIBEL

Die Anforderungen der Hersteller sind hoch: Die gesetzten Fixierpunkte müssen so klein wie möglich und extrem flach sein, aber trotzdem die Blechteile fest und stabil verbinden. Da es sich bei den Motorhauben, Heckklappen und Seitentüren um sichtbare Karosserieteile handelt, muss der Prozess zudem möglichst spritzerfrei ablaufen. Mit der neuen Prozessvariante Cycle Step sorgen die perfekt abgestimmten Lötpunkte für eine belastbare und optisch einwandfreie Fixierung der Bleche bis zum Aushärten des Klebers im Lackierofen. Die Investitionskosten sind im Vergleich zum bisher verwendeten Verfahren deutlich geringer, und dank des geringen Platzbedarfs des Schweißsystems können Anwender ihre Fertigungszellen deutlich kleiner auslegen. Das Verfahren ist sowohl für Stahl- als auch für Aluminiumbleche geeignet und damit flexibel einsetzbar.

Cycle Step ist für Fronius Stromquellen der neuesten Generation TPS/i verfügbar und lässt sich für alle CMT-Kennlinien nutzen. Bestehende TPS/i-Schweißsysteme lassen sich per Software-Update ganz einfach mit der neuen Prozessvariante nachrüsten.

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