Der Superheld unter den Schweißprozessen Sichere Verbindungen mit Wolfram-Inertgas-Schweißen

Das Wolfram-Inertgas (WIG)-Schweißverfahren kommt immer dann zum Einsatz, wenn hohe Anforderungen an die Nahtoptik und Qualität gestellt werden. Fronius hat dafür 2018 zwei Neuentwicklungen auf den Markt gebracht: einen WIG-Prozess für mechanisierte Anwendungen mit hohen Geschwindigkeiten, und eine Geräteserie für manuelles Arbeiten. Doch warum ist WIG-Schweißen überhaupt ein Thema?

WIG-Schweißen ist ein Verfahren, das höchste Nahtqualität ermöglicht. Der Lichtbogen brennt zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück in einer sauerstofffreien Gasatmosphäre. Das inerte Schutzgas verhindert chemische Reaktionen mit dem flüssigen Schmelzbad. Dadurch entstehen glatte, ebene und porenfreie Schweißnähte.

FÜR HYGIENISCHE LEBENSMITTEL

Zum Einsatz kommt der Prozess beispielsweise beim Bau von Lebensmittel-Behältern aus hochlegierten Chrom-Nickel Stählen. An den Tanks dürfen keine Anlauffarben sichtbar sein. Diese entstehen durch Oxidation der Metalloberfläche und verunreinigen den Inhalt. In diesem Fall muss der Hersteller die Oberfläche beizen. Das ist umweltschädlich und verursacht hohen Aufwand. Besser ist es, die Anlauffarben so gering wie möglich zu halten – beim WIG-Schweißen können diese auf ein Minimum reduziert werden.

Für die Hygiene ist es zudem wichtig, dass die Nähte sauber, glatt und frei von Spritzern sind. Nur so kann der Hersteller gewährleisten, dass der Behälter korrosionsbeständig und einfach zu reinigen ist. Metall-Schutzgas-Schweißen verursacht beim Fügen von Edelstahl Spritzer und eine hohe Nahtüberhöhung, die aufwändig abgeschliffen werden müssen. Nicht so beim WIG-Schweißen.

SICHER AUCH UNTER HOCHDRUCK

Hohe Anforderungen an Schweißnähte stellen auch Behälter aus Aluminiumlegierungen. Diese müssen unter anderem heliumdicht sein. Helium ist leicht und diffundiert besonders schnell, wenn es ein Leck in einem Behälter gibt. WIG-Schweißen ist eines der wenigen Verfahren, das die Behälter heliumdicht macht.

Bei Turbinen für die Luftfahrt oder Kraftwerke müssen die Nähte zudem röntgensicher sein, also keine Poren oder Risse aufweisen. Gasturbinen müssen Temperaturen von bis zu 700 °C standhalten. Gefertigt werden sie deshalb aus Nickelbasis-Legierungen oder Titan. Mit WIG ist es möglich, diese Materialien röntgensicher zu verschweißen. Auch im Rohrleitungsbau für Kraftwerke wird jede Naht geröntgt. Die Rohre und vor allem die Schweißnähte müssen hohem Druck standhalten. Der WIG-Prozess garantiert hier die hohe Qualität, die für die Sicherheit notwendig ist.

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