Ohmpilot
Support

Grundlagen
Der Fronius Ohmpilot ist ein Verbrauchsregler, der überschüssigen Photovoltaikstrom zur Warmwasseraufbereitung nutzt.
Durch die stufenlose Regelung von 0 bis 9 kW kann überschüssiger PV-Strom effizient verwertet und gezielt an elektrische Verbraucher im Haushalt weitergegeben werden. Der Fronius Ohmpilot wird hauptsächlich zur intelligenten Ansteuerung von Heizstäben in Boilern und Pufferspeichern eingesetzt. Darüber hinaus kann er auch für Anwendungen wie Infrarotheizungen oder Handtuchtrockner verwendet werden. In einem Einfamilienhaus mit durchschnittlichem Warmwasserverbrauch lässt sich damit von April bis Oktober ein großer Teil des Warmwasserbedarfs mit Solarstrom abdecken.
Das Ergebnis ist ein höherer Eigenverbrauch, eine Reduktion der CO₂-Emissionen im Haushalt und eine geringere Belastung der bestehenden Heizanlage in den Sommermonaten.
Planung & Installation
Erforderliche Systemkomponenten
- Fronius Smart Meter
- Fronius GEN24, Verto oder Tauro Wechselrichter oder Fronius Datamanager
Eine Fronius Datamanager Box 2.0 kann auch nachträglich in bestehende PV-Anlagen eingebaut werden, unabhängig vom eingesetzten Wechselrichter. Damit kann der Ohmpilot auch mit älteren Fronius Wechselrichtern oder Geräten anderer Hersteller verwendet werden.
Kompatible Heizstäbe
- einphasig von 0,3 bis 3 kW
- oder dreiphasig von 0,9 bis 9 kW
Es dürfen ausschließlich rein ohmsche Lasten verwendet werden. Heizstäbe mit elektronischen Temperaturbegrenzern, Ventilatoren oder anderen elektronischen Bauteilen sind nicht geeignet.
Dreiphasige Heizelemente müssen über einen Nullleiteranschluss im Sternpunkt verfügen, und die Last muss gleichmäßig auf alle drei Phasen verteilt sein, z. B. 3 × 3 kW.
Heizlösungen mit mehr als 9 kW sind grundsätzlich ebenfalls möglich. Die Umsetzung erfolgt über eine entsprechende Anlagenkonfiguration, wie in diesem Schaltplan dargestellt.
Systemfunktionen & Integration
Hilfe & Lösungen
1. Drücken Sie die Taste an der Vorderseite des Geräts zweimal, um den WLAN Access Point zu aktivieren. Der Access Point ist aktiv, wenn die blaue LED wiederholt zweimal blinkt.
2. Verbinden Sie Ihren Laptop, Ihr Tablet oder Smartphone mit dem WLAN Netzwerk Ohmpilot. Der Netzwerkschlüssel lautet 12345678.
3. Geben Sie die IP Adresse 192.168.250.181 in die Adresszeile Ihres Browsers ein, um die Benutzeroberfläche aufzurufen.
Bei der Erstinbetriebnahme erfolgt die Kopplung automatisch. Nach einem Komponententausch, zum Beispiel im Servicefall, muss die Kopplung jedoch manuell neu angestoßen werden. Das Vorgehen hängt vom eingesetzten Wechselrichter ab.
Fronius GEN24, Verto, Tauro:
- Greifen Sie auf die Benutzeroberfläche des Wechselrichters zu. Stellen Sie sicher, dass der Inbetriebnahme Assistent vollständig abgeschlossen ist.
- Öffnen Sie den Menüpunkt Gerätekonfiguration und anschließend Komponenten.
- Wählen Sie Komponente hinzufügen, wählen Sie Ohmpilot aus und fügen Sie das Gerät hinzu.
Fronius SnapINverter (Symo, Primo, Eco):
- Greifen Sie auf die Benutzeroberfläche des Datamanagers zu. Stellen Sie sicher, dass der Inbetriebnahme Assistent vollständig abgeschlossen ist.
- Öffnen Sie den Menüpunkt Systeminformationen.
- Klicken Sie unter Komponenten neben dem Ohmpilot auf Koppeln.
Wenn überschüssige PV Leistung ins Netz eingespeist wird, aber keine Heizleistung erfolgt, kann dies verschiedene Ursachen haben.
Zur Fehlersuche: Boostmodus testen
Drücken Sie die Taste am Ohmpilot dreimal, um den Boostmodus zu aktivieren.
Im Boostmodus wird der Regelausgang L1 mit 100 Prozent angesteuert, L2 und L3 werden durchgeschaltet.
Die Heizung läuft mit maximaler Leistung. Der Boostmodus wird nach vier Stunden oder durch
erneutes einmaliges Betätigen der Taste deaktiviert.
Gerät heizt auch im Boostmodus nicht?
Wenn im Boostmodus keine Heizleistung abgegeben wird, prüfen Sie folgende Punkte:
-
Neutralleiter nicht ausgeführt
Bei dreiphasigen Heizungen muss der Neutralleiter zwingend vorhanden sein und das Heizelement in Sternschaltung angeschlossen werden. -
Temperaturbegrenzung der Heizung aktiv
Prüfen Sie, ob der Temperaturschalter der Heizung ausgelöst hat. Stellen Sie die Maximaltemperatur testweise auf den höchstmöglichen Wert und starten Sie den Boostmodus erneut. -
Heizelement nicht kompatibel
Unterstützt werden einphasige Heizstäbe von 0,3 bis 3 kW sowie dreiphasige Heizstäbe von 0,9 bis 9 kW. Es dürfen ausschließlich rein ohmsche Verbraucher verwendet werden. Bei dreiphasigen Heizstäben muss die Last gleichmäßig auf alle drei Phasen verteilt sein.
Gerät heizt im Boostmodus, aber nicht im Normalbetrieb?
Wenn im Boostmodus geheizt wird, im Normalbetrieb jedoch nicht, prüfen Sie folgende Einstellungen:
-
Maximaltemperatur zu niedrig eingestellt
Überprüfen Sie auf der Benutzeroberfläche unter Allgemein, ob eine zu niedrige Maximaltemperatur eingestellt ist, die das Heizen verhindert. -
Keine Kommunikation mit dem Wechselrichter
Prüfen Sie die Datenverbindung zwischen Ohmpilot und Wechselrichter sowie die Kopplung der Komponenten. Für eine stabile Kommunikation wird Modbus RTU über RS485 empfohlen.
Legionellenschutz oder Temperaturschalter
Der Temperaturschalter des Heizelements und ein vorhandener Temperaturfühler erfassen je nach Position unterschiedliche Temperaturen.
Ist der Legionellenschutz aktiviert, die maximale Temperatur am Heizelement jedoch zu niedrig eingestellt, kann die erforderliche Aufheizung auf 60 °C nicht erreicht werden.
In diesem Fall versucht der Ohmpilot in mehrstündigen Intervallen, die Zieltemperatur zu erreichen, was zu Netzbezug führen kann.
Erhöhen Sie die Maximaltemperatur am Temperaturschalter des Heizelements, um dieses Verhalten zu vermeiden.
Einstellung der Mindesttemperatur
Überprüfen Sie auf der Benutzeroberfläche unter Allgemein die Einstellung des Tagesverlaufs.
Wird eine Mindesttemperatur für einen längeren Zeitraum vorgegeben, versucht das System, diese Temperatur dauerhaft zu halten.
Auch dies kann zu Netzbezug führen.
Fehlerhafte Smart Meter Messwerte
Die Vorgabe der Heizleistung erfolgt auf Basis der Messwerte des Fronius Smart Meters. Liefert das Smart Meter fehlerhafte oder unplausible Werte,
zum Beispiel aufgrund einer fehlerhaften Installation, kann die Regelung nicht korrekt funktionieren.
Prüfen Sie in Solar.web, ob die Werte für Netzeinspeisung und Netzbezug plausibel und durchgehend vorhanden sind.
Downloads & technische Daten
Kontakt & Trainings
Unsere Experten helfen Ihnen gerne weiter.



